Buchvorstellung: Der fotografische Blick

Nach den Objektiven sollen hier in naher Zukunft auch einige Bücher vorgestellt werden. Dabei wird es sich um aktuelle und ältere Werke drehen. Fokus liegt, anderes als bei den Objektiven allerdings auf den aktuell erhältlichen Ausgaben.

Den Anfang macht:

Der fotografische Blick – Michael Freeman
erschienen im Markt und Technik Verlag 2007
ISBN: 978-3-8272-4288-4

Erst einmal die trockenen völlig objektiven Fakten:
Das Bucht verfügt über 192 Seiten und ist reicht illustriert. Darunter befinden sich viele Format füllende Aufnahmen. Mit 23x26cm bekommt es den Titel Taschenbuch des Jahres gewiss nicht.

Im Gegensatz zu vielen andern Büchern die rund um die Digitale bzw. Analoge Photographie scheinbar aus den Boden sprießen, wird hier der Fokus ganz auf die Gestaltung eines Bildes gelegt. In sechs Kapiteln werden neben einzelnen Bildkomponenten wie Rahmen, Farben oder Linien, auch allgemeine Grundlagen der Bildgestaltung in einfachen Worten vermittelt. Besonders Interessant ist die Wahrnehmungspsychologische Betrachtung der verwendeten Bildsprache. Meist werden Beispielbilder dazu in einfache Formen zerlegt um den Weg zu ergründen, welche die Augen des Betrachter “wahrscheinlich” nehmen werden. Die Bildsprache steht dabei immer im Mittelpunkt. Welche Stilmittel stehen mir als Photograph zur Verfügung? Wie kann ich Stimmungen und Situationen lebendig erscheinen lassen? Wie bringe ich Spannung in eine Bildkomposition? Das sind im wesentlichen die Fragen welche über weite Teile des Buches behandelt werden.

Der letzte Teil des Buches bedarf noch einmal etwas größerer Aufmerksamkeit. Auf ca. 50 Seiten werden Entstehungsprozesse von Bildern erläutert und, vor allem die Bilder gezeigt welche nicht das gewünschte Ergebnis lieferten. Sehr anschaulich wird hier das zuvor in der Theorie vermittelte Wissen an Kleinserien demonstriert. Gerade die Wahl des Augenblickes, sowie die Bewusste Wahl des Aufnahmestandortes und Blickwinkels spielen hier eine Zentrale Rolle. Der Leser dieses Buches sollte nicht erwarten direkt nach dem Genuss dieser Lektüre zum “Meister der Pixel” aufzusteigen, vielmehr wird Er langsam mit einer neuen Art des “Sehens” vertraut gemacht. Man sollte dieses Buch nicht als dogmatischen Leitfaden der Bildgestaltung verstehen sondern als Hilfsmittel zur Verbesserung der eignen Wahrnehmung und Bildsprache.

In diesem Buch wird an keiner Stelle Bezug auf die verwendete Ausrüstung genommen, wer hofft hier Einstellungsbeispiele für seine Kamera zu finden sollte sich besser ein anderes Buch aussuchen. Das Buch wendet sich an Leser welche mit Ihrer Ausrüstung umgehen können. Die Texte sind leicht verständlich und gut nachvollziehbar. Kurzum, ein sehr zu empfehlendes Buch für jeden Photographen.

Weiterführende Informationen:

Bezug z.B. über Amazon:

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