Oft weiß ich nicht mal das ich ein Objektiv gesucht habe, bevor ich dieses gefunden habe. Warum? Ganz einfach ich schaue regelmäßig in größeren lokalen und globalen Auktionshäusern nach Linsen die ich an meine Kamera schrauben könnte, und nicht nach bestimmten Modellen. So kam es das ich vor ca. 4 Wochen über dieses gute Stück gestolpert bin. Ein Zeiss Tessar T* 2.8/45mm für das Contax/Yashica Bajonett. Das Objektiv ist ein typisches Pancake, geringe Bauhöhe, nicht besonders lichtstark, dafür sehr leicht. Gerade mal 86,6g bringt es ohne Deckel und Adapter auf die Waage. Zum Vergleich, die Deckel + Adapter wiegen 52.2g. Mit einer Bauhöhe von 18mm verschwindet dieses Objektiv fast an meiner EOS1DMKIII. Hier wären wir auch schon an einem sehr erfreulichem Punkt, während das 45er Tessar an der 5D & 5DMKII Probleme mit dem Schwingspiegel (Rückelement ragt zu weit in den Spiegelkasten) machen kann (nur während des Fokus auf “unendlich”), gibt es mit der 1D Reihe keine Probleme. Natürlich fühlt sich das Tessar auch an den 2 und 3 stelligen Canon Kameras (40D,50D,.. & 400D, 500D,..) gleich Zuhause.
Im Gegensatz zum Asahi-Takumar 1.4/50mm gestaltet sich das arbeiten mit diesem Tessar schwieriger als erwartet. Es fängt bei einsetzen der Linse in den Adapter an, wer nicht wirklich kleine Finger hat, wird nicht darum herum kommen den Blendenring erst auf “Anschlag” zu stellen, damit dieser nicht mitdreht beim Einschrauben. Ähnliches gilt auch beim verändern der Blende nach dem fokussieren, nur mit viel Vorsicht und einem geübten Griff (oder kleiner Finger) kann hier die Blende noch nach dem Fokussieren angepasst werden, ohne zufällig an den Blendenring zu geraten. Wie es das kleine Objektiv vermuten lässt ist, der Drehwinkel der von Naheinstellgrenze bis Unendlich nicht gerade groß, gerade 180° braucht es um den kompletten Fokusbereich abzudecken. Dieses gestaltet sich vor allem dann schwierig, wenn man auf einen sehr genauen Fokus, gerade bei Offenblende, angewiesen ist.
LiveView ist hier eine große Hilfe, gerade bei Aufnahmen im Dunkeln. Bei bewegten Objekten mit reichlich Licht, kippt dieser Nachteil eigentlich eher zum Vorteil, da spontan und schnell auf eine neue Aufnahmesituation reagiert werden kann. Weitere Abstriche muss man auch bei der Wahl der Blende machen. Die Blende lässt sich in 7 Stufen (2.8/4/5.6/8/11/16/22) verändern, allerdings nur in ganzen Schritten, in Zeiten von drittel, und halben Stufen in der ISO Anwahl sollte dieses aber kein all zu großes Manko sein. Die Blende selber bestehlt aus 6 Lamellen, die ein relativ attraktives Bokeh auf die Sensorfläche werfen. Der Blickwinkel den dieses Objektiv abbildet liegt bei (auf 35mm KB-Format) 51° über die Diagonale. Die Naheinstellgrenze der Linse liegt bei ca. 60cm.
Optische Leistung der Linse:
Um die Linse beurteilen zu können habe ich wie immer eine Blendenreihe angefertigt. Die erste Tabelle zeigt dabei eine Aufnahme aus ca. 1m Entfernung bei konstanten Licht, sowie Stativ bei ISO 100. Spiegelvorauslösung war selbstverständlich an. Die dazugehörigen Crops zeigen jeweils die Stelle welche zum fokussieren verwendet wurde. Die Vergrößerung der Feder ist aus einer zweiten Blendenreihe entstanden, welche mit leicht geänderter Belichtungszeit, und einer anderen Stelle für den Fokus daherkommt. Diese Reihe dient nur zur Beurteilung der Auflösung des Objektives. Als letztes folgen Bilder die mit dieser Linse entstanden sind, alle sind in Lightroom 2 bearbeitet, aber nicht nach geschärft worden, die Bearbeitung beschränkt sich auf das anpassen der Höhen und Tiefen, sowie in Einzelfällen den Kontrast. Einzig die Bilder der Blendenreihe sind völlig unbearbeitet.
Auswertung der Bilder:
Die Linse bringt bei Blende 2.8 ein etwas weiches Bild, welches aber weit davon entfernt ist schlecht zu wirken. Danke einer hervorragenden Farbwiedergabe mit starken Kontrasten und leuchtenden Farben übersieht man hier leicht den Abfall der Schärfe bei Offenblende. Wie man an den Bildern mit der Feder gut erkennen kann, auch wenn die Linse selbst bei Blende 4 und 5.6 nicht durch extrem scharfe Bilder überzeugen kann (z.B. wie das Asahi-Takumar 1.4/50mm), liefert es doch ab Blende 4 eine hervorragende Auflösung bei gutem bis sehr gutem Kontrast. Ab Blende 11 verliert das Objektiv aber nach und nach an Boden Blende 22 für ich persönlich nur noch für Langzeitaufnahmen verwenden.
verwendete Blende wird im “Mouseover” angezeigt
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Blendenreihe Ausschnitt Feder:
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Beispielbilder aus dem Alltag:
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Weitere Informationen:
Datenblatt / MTF-Graphen von Carl Zeiss




































