Frühlingsanfang, kühle Temperaturen, Ostern,… auch dieses Jahr haben die Feuerwehren der Ortschaften in Niedersachen und drum herum wieder allerhand Osterfeuer veranstaltet. Am Samstag vor Ostern wurde das Feuer in Mainsche entzündet, in Voigtei dann am Ostersonntag, sehr praktisch, da so genug Zeit bleibt, um beide zu besuchen. Neben der “üblichen” Grundausstattung, nämlich Bier und Bratwurst, gab es rund ums Feuer auch wieder einige kleinere Veranstaltungen, in Mainsche z.B. wurde für die Kleinsten eine Ostereiersuche organisiert.
Anschliessend gab es zum ersten Mal dieses jahr einen Tauziehwettbewerb mit drei Altersklassen, bei denen vor allen die “Oldies”, unsere Rentner, mit ihrer überraschend guten Leistung in der Gruppe der Erwachsenen auf sich aufmerksam gemacht haben. Das Wetter hat beide Tage mitgespielt, und uns im grossen und ganzen mit Regen verschont. Das ist nicht unbedingt die Regel, den die letzten Winter die meist erst im März ihr wahres Gesicht gezeigt haben, nötigten die Organisatoren fast dazu einen Glühweinausschank einzurichten, der mittlerweile zu einem festen Bestandteil geworden ist.
Dieses Jahr kam mehr oder weniger das erste Mal die Frage auf: “warum machen wir das eigentlich?”, natürlich kann ich dies an dieser Stelle nicht unbeantwortet lassen, drum habe ich schnell mal in Wikipedia nachgeschlagen:
Osterfeuer werden am Samstag vor Ostern entzündet, mancherorts, vor allem in Westfalen/Lippe, auch erst am Abend des Ostersonntags. Im Sauerland werden sie oft sogar erst am Ostermontagabend abgebrannt. Es handelt sich um möglichst hoch aufgetürmte Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt. Mancherorts befindet sich zuoberst des Stapels eine Hexenpuppe aus Stroh. Die Holzstöße werden auf Feldern so errichtet, dass sie weithin sichtbar sind. Der Brauch ist vor allem in ländlichen Gegenden üblich, wo die Dörfer einen Wettstreit um das höchste Feuer abhalten und die Holzstapel in den Nächten vor Ostern bewachen. Am Karsamstag trifft man sich dann gesellig zu Bier bzw. Glühwein und einer Köstlichkeit vom Grill. Bei dieser geselligen Runde entbrennt auch noch in einigen Gegenden Brandenburgs ein Wettstreit, mit Geldeinsätzen für den öffentlichen Zweck z. B. die Feuerwehrkasse, über den Zeitpunkt des Verbrennens bzw. Umknickens einer im Holzstapel aufgestellten Birke. Die Osterfeuer entlang der Unterelbe locken viele Schaulustige an.
Der Brauch stammt aus alten Zeiten und diente dazu, den Winter zu vertreiben, zu verbrennen. Man glaubte vermutlich, dass der Schein des Feuers eine reinigende Wirkung hätte und die keimende Saat vor bösen Geistern schütze und so galten sie auch als Kult zur Sicherung der Fruchtbarkeit, des Wachstums und der Ernte, wobei die Asche auf die Felder verteilt wurde. Später wurde dieser Brauch von den Christen übernommen. Da die Holzstapel über viele Wochen angesammelt werden, verkriechen sich hier häufig Kleintiere, die vor dem Anzünden verjagt werden müssen. Naturschützer warnen deshalb vor Osterfeuern. Eine gute Lösung ist es, den Holzstapel vor dem Entzünden umzuschichten. In vielen Orten sind Osterfeuer heute genehmigungspflichtig. Teilweise wird auch Baumschnitt verbrannt, der wegen Insektenbefalls nicht kompostiert werden kann. Hier ist Verbrennen sogar die umweltfreundlichere Entsorgung dieses belasteten Materials. Auch werden in Westfalen häufig nach dem Dreikönigstag die Weihnachtsbäume von verschiedenen Jugendverbänden gesammelt und ebenfalls verbrannt.
In Westfalen kennt man das Osterfeuer bereits seit dem 17. Jahrhundert. Historische Quellen deuten darauf hin, dass in der Bauernschaft Menninghausen in Oelde auf dem Anwesen Micke das erste „ostara fiur” (Osterfeuer) für „nahgiburo” (Nachbarschaft) und „friuntschaft” (Freunde) bereits gegen 1664 gefeiert wurde. Dieser traditionelle Brauch wird auch heute noch jedes Jahr tief verwurzelt im christlichen Glauben und getragen von der Heimatverbundenheit gemeinsam mit Nachbarn und Freunden gelebt. Im Harz heißen die Feuer Ostermeiler, sie sind aus Reisig und Fichtengrün aufgeschichtet, obenauf steht eine große Fichte senkrecht.
In Nordfriesland, vor allem auf den Nordfriesischen Inseln kennt man den Brauch des Biikebrennens am 21. Februar. Im Fuldaer Land gibt es einen ähnlichen Brauch des Hutzelfeuers am Sonntag nach Aschermittwoch.
Die Tradition hat ihre Wurzeln aber schon sehr viel früher, die ältesten Funde von Brandopferstätten gehen bis in die Bronze, bzw. Eisenzeit zurück. Grund genug auch das mal zu erwähnen. Zuletzt noch einige Bilder die dieses Wochenende noch ein wenig beschreiben sollten, vielen Dank von mir an die Feuerwehren die auch dieses Jahr wieder ein schönes Fest organisiert haben. Die Bilder entstanden übrigens alle mit einer Kombination aus 5DMKII & Canon 35-135mm IS USM, sowie teilweise einem 580EX Blitz zum aufhellen.
Euer Pascal aka. Kabraxis








